| < Das einfache Leben (2) > |
| Wie hält man es mit der Schlafstatt? Der Drill im makellosen Bettenbau hinterließ selische Narben in so manchem, der seiner Wehrpflicht nachkam. Jeder mag das halten, wie er will. (8) Mein ideales Bett ist schmal und in mindestens zwei Metern Höhe. Wie es dort aussieht (9),.geht nur mich etwas an. Decke und Polster werden zum Lüften auf die Begrenzungsstange gehängt. Das Projekt ist barrierefrei, das Bett kann auch nach unten verschoben werden. Bettbezug, Handtuch und Waschlappen (Marke Refugium©) werden frisch gewaschen zur Verfügung gestellt. Sie müssen nichts mitbringen. Wer auch winters gern bei offenem Fenster schläft, wird sich über die grobe Hüttendecke freuen. Auch Zahnpasta (Kläranlagen-kompatibel) und mit Muskelkraft anzuwendende Zahnbürste (originalverpackt) liegen bereit. |
| Der Slogan Reduce to the max bewarb 98 einen vollwertigen Kleinwagen für zwei Insassen. So ließe sich auch unser Wohnprojekt anpreisen. Es bietet Einzelpersonen einen temporären Rückzugsort (für einige Tage). Es gibt kein Internet. Damit man nicht ganz aus der Welt ist wenn man sein Mobiltelefon nicht dabei hat (empfohlen), gibt es Festnetz (Sprechstellen am Gang im 1. & 2. OG) mit Wählscheibe und echter Klingel. (10) Man bleibt also bei Notfällen erreichbar. Auch die üblichen Radioprogramme werden empfangen (Gerät in jedem Wohnmodul – Retrolook). Die Gäste sollen merken, dass nachts Mittelwelle besser klingt als tagsüber. |
| Wir lassen das Erdgeschoß frei. Dort soll das Grün wuchern wie es will. Natürlich kann man ab und zu ordnend eingreifen. Unser Rohbau ist nur ein Gerüst: 12 Träger und 8 Böden auf zwei Ebenen. Die Träger sind leicht aber stark und tief einbetoniert. Die sollen sich nicht rühren, und sie müssen einiges aushalten (11). Vier Böden sind pro Ebene um zwei zentrale Stege angeordnet. Auch sie müssen tragfähig sein. Es bleibt dem Nutzer überlassen, wie er sie verwendet (12). Angedacht sind Wohnmodule und Grünflächen. Auf den Grünflächen soll man sich auch aufhalten und bewegen können (Tisch, Sessel, …). Die Stege sind nicht eingehaust und straßenseitig mit Aufzug erreichbar. Hinten gibt es eine Wendeltreppe bis ganz hinauf (Wartungszugang für Photovoltaik & Aufzug). Wohnmodule werden nach Fertigstellung des Rohbaus eingesetzt (Kran). Abgewohnte Einheiten können ohne großen Aufwand durch neue ersetzt werden. |
| Der Arbeitstitel lautet 'Refugium im Grünen'. Bei sehr einfachem Lebensstil wird der Blick für die bear necessities geschärft. Es gibt nur ein Klo: im Erdgeschoß (mit Sägespänen; öKlo). Es wird vom Entwickler und Hersteller gewartet. Da es auch sonst keine großen Wasserverbraucher gibt, wird derselbe gering sein (< 50 Liter pro Tag). (13) Das erlaubt die zentrale Sammlung, Aufbereitung und Einspeisung in einen Nutzwasser-Kreislauf. (14) In jeder Wohneinheit stehen (kaltes) Frischwasser und (warmes) Nutzwasser zur Verfügung. |
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(8) Dass viele von uns Sätze wie diesen als unauffällig empfinden (so auch der Autor) liegt am vorgerückten Alter. Zwei der 7 Worte sind Personalpronomen ... (9) Das Pronomen 'es' bezieht sich hier nicht auf das letzte sächliche Hauptwort. (10) Ob hier etwas zu sparsam Beistriche gesetzt wurden? (11) Das Vorgängerhaus an dieser Stelle (Bj. 1957) ist wegen eines mangelhaften Fundaments nach 70 Jahren abbruchreif. (12) Zweimal könnte man unsicher sein, worauf sich 'sie' bezieht; im Zweifelsfall immer auf den letzten Nominativ. (13) Wird hier die Flexibilität des Demonstrativpronomens überstrapaziert?
(14) Man sollte zusammengesetzte Hauptworte
nicht noch einmal zusammensetzen. > |