| < Das einfache Leben (3) > |
| Photovoltaik-Paneele (15) bilden den Abschluss nach oben. Sie leiten Regenwasser an den Rand ab, wo es in gelsendichten Tonnen für den Garten gesammelt wird (Wohnmodule sind nach allen Seiten wetterfest). Im Westen (unten) gibt es im Beispiel kein Gegenüber; an dieser Fassade würden sich oben senkrecht montierte Paneele auszahlen (vor allem im Winter bei niedrigem Sonnenstand). Damit wären 5 x 4 = 20 Flächen zu jeweils 2 m² möglich (40 m²). Wie halten wir es mit dem Heizen? Trotz endlich nicht länger verleugneter Klimaerwärmung werden wir auch weiterhin nicht besonders warme (und gelegentlich auch richtig kalte) Winter haben. Jeder Wohnmodul (16) ist rundherum Kälte- (und Hitze-) isoliert. (17) In einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert Wasser durch Böden und Wände der Module und durch tiefe Erdschichten. Hitze im Sommer wird von oben nach unten abgeführt und dort gespeichert. Im Winter wird sie zur Erwärmung der Module genützt. |
| Was kostet der Spaß? Das Objekt ist zwar in Privatbesitz, doch vermietet wird es von einem gemeinnützigen Verein (10-15 € pro Nächtigung). Ihm obliegt es, ausgeglichen zu billanzieren und für klaglose Abläufe zu sorgen: Er kümmert sich um die Wartung des öKlos, des Wärmetauschers und der lokalen Wasseraufbereitung, und um eine regelmäßige professionelle Reinigung. Nur Mitglieder des Vereins können die Wohnmodule nutzen. Wer den Jahresbeitrag leistet (ebenfalls 10-15 €) und Namen, Geburtsdatum und Hauptwohnsitz (18) nennt, kann Mitglied werden. Neulinge können auch nach einer ersten (bezahlten) Nächtigung Mitglied werden; ihr Entgelt wird dann rückwirkend als Jahresbeitrag verbucht. Jedem soll bewusst sein, dass er als Mitglied auch Mitbesitzer der Ausstattung ist. Er wird dann auch entsprechend schonend damit umgehen. Der Zutritt erfolgt über die mit Webcam (19) überwachte Gartentür (Ziffernblock). Hat man als braves Mitglied reserviert, wurde ein Code für Gartentür und Wohnmodul übermittelt. Bei einer Vakanz (Leuchtschild 'Zimmer frei') kann man auch spontan sein Glück versuchen, vor Ort durch Betätigung einer echten Klingel (am Klang vom Telefon zu unterscheiden). |
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Angesichts
der gemeinnützigen Nächtigungskosten könnte das Projekt Gefahr
laufen, von Dauermietern in Beschlag genommen zu werden. Das wäre
nicht im Sinne der Grundidee, jedem einen Probelauf im achtsamer
Lebensführung zu ermöglichen. Es läge am Verein, in seinen Statuten
dem einen Riegel vorzuschieben. Eine Möglichkeit wäre, pro Monat
nur eine Nächtigung zuzugestehen, aber mehrere solcher ‚Monatstage‘
hintereinander zu gestatten. Man könnte dann auch pro Jahr einmal
12 Tage aufeinander folgen lassen. Ausgenommen wären
Spontan-Ankünfte bei Leerstand (für eine Nacht): die sollen für jeden möglich sein. |
| Ein wesentliches Anliegen des Projekts ist die Rückbesinnung vom (scheinbar bequemen) Digitalen auf das gute alte Analoge. Man soll sich auf Stille und Nichtstun einlassen. Man schnappt sich eine Gartenschere und rückt damit dem wuchernden Efeu zuleibe. Man füllt die Biotonne. Man gewöhnt sich an die regelmäßige Wiederkehr von Radiosendungen. Man liest ein paar Seiten im zufällig hier vorgefundenen Buch. Man spaziert zur nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeit. Man führt ein Gespräch mithilfe eines richtigen Telefons. Man schneidet Gemüse für eine schöne Suppe. Man schreibt einen Brief und besucht damit den nächsten Briefkasten. Man näht einen Knopf an. Man legt eine Patience. Man streicht den Gartenzaun. Gibt es einen Gartenzaun? (20) |
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(15) Auch längere Fremdwörter sollte man voneinander absetzen (wenigstens mit Bindestrich). (16) Ist ein konkretes Objekt gemeint, heißt es 'der Modul'. (17) Um das Mittelwort der Vergangenheit nur einmal zu nennen, wird der vorangestellte Wortteil abgetrennt, was Groß- und Kleinschreibung möglich macht. (18) Die gesetzlich geforderte Mindestinformation bei Beherbergung (19) Als Fremdwort würde ich webcam auch der fremden Grammatik unterwerfen und klein schreiben. Duden sieht das anders.
(20) Dieser Absatz weist die höchste
'man'-Dichte auf: >10% aller Wörter. > |