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<    Das einfache Leben (4)    >
Das Projekt beschränkt sich nicht auf diese eine Adresse. Es gibt viele verwunschene Häuser, mit denen niemand mehr etwas anfangen will. Je öfter man einen solchen Umbau realisiert, desto besser wird das Resultat. Man sammelt Kontakte und Erfahrungen. Es entwickelt sich ein Markt standardisierter Module. Die Errichtung wird durch den Einsatz immer gleicher Bauelemente günstiger. Mit der Zeit wird man die Nachfrage ausloten können: Was wird konkret gewünscht? Vielleicht findet man zu einer Norm, die besonders gut angenommen wird (oder zu zwei verschiedenen?). (21). Vielleicht wird es einmal Standard, dass jeder ab und zu für ein paar Tage in Klausur geht.
Muss sich das rechnen? Kann sich das rechnen? Soll sich das rechnen? Es wird (und soll auch) niemand reich damit werden, da sei der Gemeinnutz vor. Unsere Gesellschaft wird es sich leisten können und leisten wollen. Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen, aber manchmal braucht er auch seine Ruhe. Wir haben heute die technischen Möglichkeiten, jedem ab und zu diese Ruhe auf einfache Weise um wenig Geld zu verschaffen. Es wird uns allen nicht schaden, uns hin und wieder in einem Lebensstil zu üben, an dem diese geschundene Welt genesen könnte.
Es wird vor Ort niemanden geben, an den man sich wenden kann (abgesehen von anderen Bewohnern, die ja Vereinsmitglieder sind, Fragen beantworten und Probleme lösen können). Das muss aber nicht so bleiben. (22) Vorstellbar wäre ein Zimmerservice. Kleininbisse und Getränke, wie man sie an Bahnhöfen aus Automaten ziehen kann, könnten auch im Wohnprojekt angeboten werden. Es läge am Verein, das Angebot entsprechend nachhaltig und bekömmlich zu gestalten. Ein kleiner sprachfähiger Automat auf Rädern würde das Gewünschte bringen (man könnte ihn R2D2 nennen). Vielleicht kann er auch Schach spielen oder sich mit dem Gast über dies und jenes unterhalten. Er könnte bei Problemen Auskunft geben, ein Taxi bestellen und sogar einen Koffer tragen: „Bitte sehr. Ich helfe Ihnen gerne.“ (23)
Werden die Gäste, die ja auf Analoges schwören, so einen Dienst als Sakrileg empfinden? Es wird darauf ankommen, wie sich das Maschinchen 'verhält' (wie es programmiert ist). Wenn es höflich ist, sich korrekt benimmt; wenn es hie und da eine gescheite Bemerkung macht und in so mancher Lebenslage guten Rat weiß; dann übersteigen seine Fähigkeiten das simple Digitale. (24) Es hielte erwünschte, genuin menschliche Eigenschaften bereit. Man wird es bald ins Herz schließen. Vielleicht wird es sogar spontan Entschlossene in Empfang nehmen und einweisen (nach Aufnahme der erforderlichen Daten). Zum Entzücken der analog-Aficionados könnte gerade Erzwo-Dezwo eine vom Aussterben bedrohte Leistung erbringen: Bargeld entgegenzunehmen. Automaten kann man bekanntlich damit füttern. Warum nicht auch das dienstbare Maschinchen?
Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit könnte der Verein mit seinen Projekten das Interesse vereinsamter Hausbesitzer wecken. (25) Vielleicht überschreibt der eine oder andere sein desolates Gemäuer dem Verein Refugium. Einem solchen Mäzen sollte Wohnrecht auf Lebenszeit eingeräumt werden: als Ehrenmitglied.
Teil 3: Dach<          Inhalt 6/26         >auch im All?

(21) Durch die Verschiebung des alternativen Objekts in eine nachgestellte Klammer fällt kaum auf, dass das Nebensatzprädikat grammatikalisch nicht zu beiden passt.

(22) Dieser Satz bezieht sich auf den Text vor dem Klammerausdruck.

(23) In Starwars konnte R2D2 nur Piepsgeräusche von sich geben

(24) Besteht eine Satzkonstruktion mit 'wenn …, dann …' aus zwei wenn-Teilen, sorgen Strichpunkte für mehr Klarheit als Beistriche.

(25) Wie sinnfällig: Der Vereinsamte sucht die Nähe zum Verein – und findet sie auch.