
Was wir sagen |
| Manchmal sagen wir etwas und meinen es gar nicht so.
Und manchmal fällt uns das selbst gar nicht auf. Es ist eine gut eingeübte Spielart souveräner Gesprächsführung. Meistens
funktioniert das auch reibungslos. Wir entwickeln eine gewisse Routine
bei dieser Strategie.
Es kommt auch auf den Ton an, den wir dabei anschlagen. Besonders
beliebt sind Andeutungen von Entscheidungen zu unserem Ungunsten: den
Beruf aufzugeben,keine Ausflüge mehr zu machen, sich die Haare abzurasieren, eine Beziehung zu beenden, auszuwandern. |
| Manchmal
ist es uns aber auch
wirklich ernst. Es gibt Entschlüsse die wir aufgrund bestimmter
Vorkommnisse mit großer Sicherheit fassen. Wir reden dann mit niemandem
darüber. Wir tun es einfach, als Tribut an unsere Selbstbestimmtheit.
Es kommt
dann darauf an, einen solchen ernsten Entschluss auch wirklich
durchzuhalten. Wir kommen auch in solchen Fällen manchmal in
Versuchung, unser Vorhaben doch noch publik zu machen und auf etwaige
Reaktionen zu achten. |
| Dann sollten wir aber ehrlich zu
uns selbst sein. Ist es nur ein Spiel? Oder ist es mir wirklich ernst?
Man soll sich nicht leichten Sinnes allzu oft auf solche Unschärfen
einlassen.Es gehört sich nicht. Wir machen mit solchen halbherzigen Positionierungen keinen guten Eindruck.
Wenn wir einen Entschluss fassen, der für uns nachteilige Konsequenzen
hat, wird uns vielleicht so manche(r) davon abraten. Wir sollten dann
gut überlegen: ist vielleicht genau das unsere Absicht? Wollen wir in
erster Linie Aufmerksamkeit erregen? Suchen wir Rat? |
| Ein wirklich gut überlegter
Entschluss braucht keine Aufmerksamkeit. Er steht für sich selbst. Es
ist nicht immer leicht, in voller Überzeugung zu Entschlüssen zu
kommen, die auf den ersten Blick nachteilig sind. Ist man sich
unsicher, dann suche man das Gespräch. Deshalb verfügen wir ja über
diese Fakultät. Wir sollten unsere Umgebung aber auch nicht mit allzu
komplexen Gemengelagen persönlicher Natur überfordern.
Manches kann man nur mit sich selbst ausmachen. Erst wenn man sich
soviel Robustheit zutraut, wird sie sich auch allmählich einstellen. |
| Die
Früchte erntet man, wenn es vorbei ist. Die getroffene (und wahr
gemachte) Entscheidung schuldet man dann nur sich selbst. Man kann sich
auf niemanden ausreden. Es gibt dann auch niemanden, von dem man sich
Anerkennung und Bewunderung erwartet. Man entschied sich ohne
verstecktem Blick auf das soziale Umfeld. Die Gründe für die
Entscheidung lagen ausschließlich in uns selbst, waren also in sich
stimmig. Wir werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit im Nachhinein nie
bereuen. |
| 8/26 < MLB (8/26) > 8/26 |
| Mattäus 6, 6:
Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu
und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der
in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. Matthäus 15, 11: Nicht was zum Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt ... |