Die versteckte Macht des Wortes |
| DER STANDARD ist sehr stolz darauf, dass ihn bereits so viele Menschen unterstützen (zumindest war er das 2024 ...). unter abo.derstandard.at/unterstützung
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| Expertin: "Ältere Menschen machen sich große Sorgen um die jüngere Generation" unter derstandard.at/story
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| 504.000 Menschen lesen täglich den STANDARD unter derstandard.at/story
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| Drei
wahllos herausgegriffene Beispiele aus den letzten Monaten. Was ist
ihnen gemeinsam? Ich könnte problemlos hunderte weitere zitieren mit
dieser kleinen stilistischen Anomalie. Aber ist es wirklich nur
schreiberisches Ungeschick, oder steckt mehr dahinter? Sie verstehen
nicht, was ich meine? |
| Es geht um die 'Menschen', die wir doch alle sind. Warum erachten es Redakteure seit einiger Zeit für angebracht, immer öfter auf diesen an sich unausweichlichen Umstand explizit hinzuweisen? Um Missverständnis zu vermeiden? Was wäre unklar an der Aussage "DER STANDARD ist sehr stolz darauf, dass ihn bereits so viele unterstützen"? |
| Würde der Feststellung "Ältere machen sich große Sorgen um die jüngere Generation" etwas zum Verständnis Unentbehrliches fehlen? Ein Qualitätsmedium sollte sich einer halbwegs geschliffenen Sprache bedienen. Der inflationäre Gebrauch von 'Menschen' dort, wo es kein Mensch (!) für notwendig hält, gehört nicht dazu. |
| Noch etwas anderes fällt dem sensiblen Leser auf: das Verbum 'erobern',
in letzter Zeit leider auch gehäuft. In einem seriösen Blatt hat es
nichts verloren. Geht es bei kriegerischen Auseinandersetzungen um ein
Spiel, mit Siegern und Verlierern? Es ist höchste Zeit, dass man mit
dieser Sichtweise von Kriegen Schluss macht. |
| Kriege sind immer ein großes Unglück. Wenn eine Seite der anderen mit
Waffengewalt ihren Willen aufzwingt, sollte man das auch so benennen.
Man sollte von dem Vorgang objektiv berichten. Im Gebrauch des Verbums
'erobern' schwingt immer so etwas wie Anerkennung, ja Bewunderung mit:
Die eine Seite hat sich als 'stärker' erwiesen als die andere und
lukriert nun den Preis dieses 'Sieges' für sich. |
| Sie war einfach
brutaler und rücksichtsloser als die andere. In Wirklichkeit war es die
'Siegerseite', die etwas Verwerfliches, Verabscheuenswürdiges getan
hat. Konkret denke ich jetzt an den Konflikt in Berg-Karabach. Hunderte
Tote, Hunderttausend Vertriebene. Gerade einflussreiche Leitmedien mit
hoher Reichweite sollten ihren Einfluss nutzen und das Kind offen beim
Namen nennen. |
| 11/22< MLB 10/23, 7/24 >11/23 |
| siehe auch: Europa ist kein player |